Das rote Tuch


10 Years ago ...


Heute habe ich lange hin und her überlegt über welches Thema ich  als nächstes bloggen soll. Es standen wirklich einige zur Auswahl. Doch am extremsten hängen geblieben bin ich an der Thematik - Älter werden - Im Bezug auf unsere Kreativität - Unsere Persönlichkeit & nicht zuletzt auch unsere emotionale Stabilität.

 

Hier ein paar Gedanken:

Vorweg möchte ich euch gleich deutlich machen. Für mich ist älter werden etwas Gutes. Ich gehe aktuell auf die 30 zu.  Diese Zahl ist für viele Menschen, gerade für junge Frauen, ein rotes Tuch.

Aber warum eigentlich? 

Wenn ich mit meinen 29 Jahren 10 Jahre zurückblicke, muss ich feststellen, dass es mir heute besser geht als vor 10 Jahren. 

 

In den Zwanzigern erreicht man meiner Meinung nach die  emotionale Stabilität , welche man benötigt um die Achterbahn des Lebens ganz alleine zu fahren. Man lernt was man vom Leben erwartet, hat vielleicht die ersten Rückschläge eingesteckt & realisiert das diese einen nicht umbringen, sondern stärken für alles was noch kommen wird.

 

Mit Ende 20 ist man an einem Punkt angelangt, an welchem man verstanden hat wie der Hase läuft... Nicht jedes Geschehen ist angst einflößend und fremd. Vielmehr entwickelt man eine Gelassenheit und den Blick für die Dinge im Leben die wirklich zählen.  Oft gehen wir dadurch achtsamer mit uns selbst um. Wir haben unsere Werte und vielleicht auch den ein oder anderen Plan für die Zukunft, während ich mit Anfang 20 noch ziemlich ziellos durch die Gegend lief und versuchte vergeblich allen Erwartungen meines Umfeldes gerecht zu werden.

 

Aus einem zarten Pflänzchen ist ein Baum erwachsen, welcher nicht bei der ersten Windböe einknickt und den Halt verliert.  Es fällt uns leichter Entscheidungen zu treffen, da wir Erfahrungen gesammelt haben, welche uns beim abwägen helfen.

 

Es hat also durchaus seine guten Seiten, das älter werden ... Und am Ende liegt es ja sowieso an dir und dem was du draus machst.

 

Aber wie ist das genau mit der Kreativität? Ist es nicht wissenschaftlich bewiesen, dass diese stark abnimmt wenn wir erwachsen werden?

 


was die Kreativität betrifft...


Erwachsen werden und älter werden sind für mich 2 unterschiedliche Paar Schuhe. Du entscheidest selbst welche du tragen möchtest. Na gut, das Umfeld hat auch einiges damit zu tun Jedoch bist du am Ende selbst für dein Glück verantwortlich. Denn du kannst entscheiden wer zu deinem Umfeld zählt.

 

Du entscheidest ob du immer alles realistisch sehen möchtest oder ob du dich traust zu spinnen, Grenzen auszutesten - dir deinen ganz eigenen Lebensweg zu bauen - Du entscheidest ob du den tot getretenen Trampelpfad endlich verlässt und beginnst deine eigene Geschichte zu schreiben.... 

 

Wissenschaftlich ist bewiesen das 98% Der Kinder bis zu 5 Jahren als hochgradig kreativ eingestuft werden und das dieser Prozentsatz über die Jahre rapide abnimmt, bis im Erwachsenen Alter nur noch lächerliche 2% übrig sind....

Doch liegt das wirklich am älter werden? 

Nein, dieser Rückgang der hochgradig Kreativen liegt an unserer Gesellschaft und dem was wir von klein auf lernen.

 

Versteht mich hier bitte nicht falsch. Unseren Eltern ist kein Vorwurf zu machen. Sie sind das erste Mal Eltern und geben ihr Bestes, zudem sind sie selbst durch ihr Umfeld und die Gesellschaft geprägt. 

 

Woran liegt es also wenn unsere Kreativität auf der Strecke bleibt?

 

Wir lernen das Sicherheit das höchste Gut ist, das es erstrebenswert ist realistisch zu sein, das Märchen etwas für Kinder sind , das der klassische Weg der Beste für uns ist... weil er am sichersten ist.

 

Die Gegenfrage lautet- Welcher kreative Kopf war jemals Realist? 

 

Wenn sie realistisch gewesen wären , hätten sie sich dann zu spinnen getraut ? Hätten sie daran geglaubt Dinge zu erfinden, die es so noch gar nicht gab? (Die Glühbirne, das Automobil, das Internet...) 

 

Welcher kreative Kopf strebte jemals nach absoluter Sicherheit? 

Gerade im künstlerischen Bereich kommen diese Parameter selten zusammen.  Man ist lieber finanziell nicht abgesichert, als jeden Tag seine Zeit zu vergeuden, mit Dingen für die man NICHT brennt.

 

Man kann kreativ bleiben und trotzdem älter werden, wenn man bereit ist dem Kind mindestens genauso viel Raum zu lassen wie dem erwachsen sein.  

 

Es hat also nichts mit dem Alter zu tun sondern eher damit wie *Erwachsen* wir werden.  Hören wir auf Märchen zu lesen, jedes Abenteuer zu genießen...sichere Pfade zu verlassen um den Nervenkitzel zu suchen - hören wir auf zu spinnen, weil wir lieber hoch professionell wirken wollen & haken Dinge als unmöglich ab, ohne sie versucht zu haben... Dann sind wir erwachsen aber nicht mehr kreativ.

 

Unser Alter hat allerdings nichts damit zu tun wie erwachsen wir sind.  Diese Entscheidung liegt bei dir allein.

 

Kinder versuchen solange laufen zu lernen bis es ihnen gelingt. Sie geben nicht nach der ersten Niederlage auf. Sie träumen bereits wie sie umherspringen und toben, wie sie ihr Ziel erreicht haben.


10 Jahre später...



Nun möchte ich euch noch erzählen, wieso ich wesentlich glücklicher bin als vor 10 Jahren.

 

* Heute mit 29 weiß ich genau was ich möchte und was nicht.

* Ich weiß genau was das Wort Liebe für mich bedeutet.

* Ich weiß was und wer mir gut tut...

* Ich weiß ganz genau was & wer mir nicht gut tut...

* Ich bin auf die Nase gefallen, aber immer wieder aufgestanden.

* Ich weiß das auf jedes Tief ein Hoch folgen wird, denn sonst wäre       es ja keine Achterbahn ;) 

* Ich kenne meine Werte.

* Vor kurzem habe ich meine Selbstzweifel abgelegt.

* Ich bin fitter und gesünder als jemals zuvor.

* Für jedes Problem gibt es eine Lösung...

* Geld ist auch nur ein Werkzeug...

* Ich muss nicht perfekt sein, denn Perfektion gibt es nicht.

* Wir sind alle einzigartig und etwas Besonderes.

 

Die Liste könnte noch ziemlich viele weitere Punkte aufführen. Doch ich glaube dir wird deutlich was ich sagen möchte.

 

Keine Angst vorm älter werden - Die Medaille hat immer zwei Seiten -  Und  am Ende entscheidest du, ob du etwas was du sowieso nicht ändern kannst positiv beleuchten möchtest oder negativ....

 

Nun setzt dich doch einmal einen Moment hin und reflektiere was sich bei dir so in den letzten 10 Jahren getan hat... Was hat sich alles zum positiven entwickelt? 

Kram doch mal ein paar Bilder von früher raus. Du wirst erstaunt sein :)  Das ist oft extrem lustig XD 

 

Ich würde mich freuen wenn du mir einen Kommentar zum Artikel da lässt. 

 

Hab noch eine wunderschöne Woche 

Deine LauraHelena

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 7
  • #1

    Mama� (Dienstag, 15 Januar 2019 19:07)

    Sehr schön geschrieben und zu 100% richtig � Ich bin ja nun ein paar Tage älter und kann nur sagen "stimmt" man lernt immer dazu auch noch mit über 50.
    Das Alter werden ist keine Strafe sondern ein Geschenk (du weißt wo ich vor 10 Jahren stand) und es ist wirklich so man wird Weiser und weis was einem gut tut und was nicht .LG �

  • #2

    Sylvia (Dienstag, 15 Januar 2019 21:41)

    Sehr schön geschrieben. Warte erst mal ab bis du 40 wirst, dann geht es erst richtig los. Ich finde ab diesem Lebensabschnitt gibt man noch mal Gas, aber ganz unbewusst und es ist grandios. LG Sylvia PS: dieses Jahr werde ich 50 und freue mich schon darauf�

  • #3

    Ann-Kathrin (Mittwoch, 16 Januar 2019 09:40)

    Liebe Laura, der Beitrag ist eine wahrhaftige Selbstreflektion. Es ist wundervoll, dass Du Deine Erfahrungen und Learnings mit Dir teilt. Ich meine ja schon fast der Beitrag sei von (Behauptung: Deinem und meinem Vorbild) LauraMarlinaSeiler geschrieben. Ja, der Rückblick holt einen richtig ab. Und es kommt darauf an, wie wir die Erfahrungen beleuchten und bewerten. Wir müssen aus zunächst negativ erscheinenden Ereignissen das Positive ziehen und die Erfahrung annehmen. Daraus erwachsen wir. Nur so können wir gefestigt, frei und Leuchtend im hier uns jetzt sein. Wenn man so die letzen 10 Jahre auf seiner Lebenslinie zurückschaut, JA, da können wir stolz sein.
    Danke für das Teilen Deiner Gedanken. Ich hoffe, dass sie viele Menschen erreichen werden.
    Danke Laura!

  • #4

    LauraHelena (Mittwoch, 16 Januar 2019 12:31)

    Hallo ihr Lieben! Danke für eure Meinungen und schön, dass ihr das alle ähnlich seht oder mich sogar ermutig, dass es mit 40 ...50 usw noooooch besser wird :)
    An Ann - Kathrin... Ich finde Laura kann einen unheimlich inspirieren , gerade wenn es einem mal nicht so gut geht. Eine großartige starke Frau die mich damals dazu beeinflusst hat meine Yoga Ausbildung zu machen. :)

    Ich wünsche euch allen einen wundervollen Tag :) <3

  • #5

    Patrizia (Mittwoch, 16 Januar 2019 13:15)

    Sehr schön geschrieben! Besonders der Teil mit dem "sicheren weg". Das muss ich auch noch lernen, diesen zu verlassen und mich mehr zu trauen. Danke :)

  • #6

    LauraHelena (Mittwoch, 16 Januar 2019 13:43)

    Danke Patrizia, das kommt von ganz alleine :D Wenn du einmal merkst das es funktioniert und wie toll es ist :D DANN kannst du gar nicht mehr anders <3

  • #7

    Diana (Mittwoch, 16 Januar 2019 19:48)

    Liebe Laura, ein echt toller Beitrag deinerseits. Du weißt von was du schreibst und scheust dich nicht davor zurück persönlich zu werden. Gut, wäre ohne bei dem Thema schwierig. Ich selbst muss keine 10 Jahre zurückgehen, sondern, ab dort änderte sich alles, da mein Leben bei Null stand. Heute weiß ich, dass ich dort nie wieder hin möchte. Depressionen und co können wieder kommen, aber ich weiß mit ihnen umzugehen. Ich bin nicht mehr zu extrem dünn, sondern habe eine normale Figur und sehe in dem Punkt nicht mehr krank aus. Ich habe eine Arbeit, die mir Spaß macht und brauche das Jobcenter nicht mehr. Ich habe eine eigene Wohnung und eine Firma. Was jetzt noch fehlt ist deren Wachstum und eine Partnerin.